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Europawoche 2019

Vortrag und Diskussionsrunde zur Grenzregion Österrreich-Bayern

08.05.2019

Seit 1995 findet in Deutschland immer im Mai die Europawoche statt, in der sich die Europäische Union ihren Bürgern näherbringen will. Gemeinsam mit der EUREGIO via salina, der Regionalentwicklung Außerfern und der Regionalentwicklung Vorarlberg hatte der REgionalentwicklung Oberallgäu e.V. zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ins Grüne Zentrum Immenstadt geladen, der rund 35 Personen gefolgt waren.
 
Den Hauptvortrag hielten Prof. Dr. Tobias Chilla und Studierende der Geographie an der Universität Erlangen-Nürnberg im Stil eines „Science slam“. Damit wird jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten, ihre Forschungsprojekte auf die Bühne zu bringen. Abwechselnd erläuterten acht Master-Studierende jeweils einen Aspekt der Bedeutung und Potentiale grenzübergreifender Zusammenarbeit in der Grenzregion Österreich-Bayern. Dabei zeigten sie auf, wie facettenreich die räumliche Integration entlang Bayerns Grenzen ist. Einige Teilräume leben von starken Verflechtungen, insbesondere urbane Regionen. In anderen, meist ländlichen Regionen, bringen gerade die Unterschiede grenzüberschreitende Interaktionen hervor. Gesetzmäßigkeiten lassen sich in diesem komplexen Gebilde laut den jungen Forschern schwer formulieren. So wurde auch deutlich, wie stark die grenzüberschreitende Kooperation themenabhängig und wie wichtig das Engagement einzelner Akteure ist. Erschwert werde eine Zusammenarbeit oft durch unterschiedliche Zuständigkeiten auf den institutionellen Ebenen. Im Übrigen sei die grenzübergreifende Kooperation zwischen Bayern und Österreich im Vergleich zu anderen Grenzräumen bislang recht schlecht erforscht, so die Gruppe.
 
Die Ergebnisse aus der Forschung wurden durch zahlreiche Praxisbeispiele von EU-Förderprojekten ergänzt, die die Veranstalter selbst aus ihren Regionen mitbrachten. Kerstin Duchardt von der über das Interreg-Programm geförderten Euregio via Salina berichtete über die große Vielfalt der bestehenden grenzübergreifenden Projekte, vom Grenzgänger-Bergwanderweg über Mobilität bis hin zu philosophischen Veranstaltungen reicht das Spektrum. Dr. Sabine Weizenegger von der über das LEADER-Programm geförderten Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Oberallgäu betonte die Bedeutung der weichen Effekte von solchen Projekten, in dem Sinne dass sich die Akteure kennen und verstehen lernen und gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufbauen. Peter Steurer von der LAG Regionalentwicklung Vorarlberg berichtete über die Entwicklung seines Zuständigkeitsgebiets, wo schon seit 1997 mit dem LEADER-Programm gearbeitet wird. Mit Änderungen in der Gebietskulisse gingen auch institutionelle Anpassungen einher, die LAG dort ist als Genossenschaft organisiert. Kooperationen würden aber bisweilen durch unterschiedliche Fördermodalitäten beidseits der Grenzen erschwert. Günter Salchner vertrat den Tiroler Ansatz, wo die Programme gebündelt werden: die Regionalentwicklung Außerfern ist sowohl für LEADER als auch für Interreg zuständig, auch in der Programmverwaltung gilt dieses Prinzip. Diese Vorgehensweise bringe für die Nutzer von Förderprogrammen – von den Förderstellen über die Managements bis zum Antragsteller – viele Vorteile, so Salchner.
 
Insgesamt wurde deutlich, wie die Europäische Idee in der Grenzregion Österreich-Bayern gelebt wird und auf welch vielfältige Weise die Menschen in der Region von Europa profitieren. Alle Teilnehmer und Veranstalter waren sich einig: Ohne Kooperation geht es nicht.



Bildnachweis: Regionalentwicklung Oberallgäu
 
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